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Familien in Not Eine Aktion der stiftung stern und wellcome
Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir alle?
Damit Kinder gesund aufwachsen, braucht es ein ganzes Dorf. Doch der Alltag bei Familien in Deutschland sieht oft anders aus. Viele Familien leben der Mobilität unsere Gesellschaft geschuldet oft isoliert mit nur wenigen sozialen Kontakten. Das Dorf, das es braucht, um ein Kind großzuziehen, ist nicht mehr vorhanden, sondern muss organisiert werden. Es ist noch nicht so lange her, dass die Großeltern oder Tanten um die Ecke wohnten und man die Nachbarschaft gut und lange kannte. Sie alle konnten unterstützen, wenn es mal eng wurde: entweder mit Zeit oder auch mit Geld. Wir wollen nicht reden, wir wollen handeln. Wir sind davon überzeugt, dass die meisten Eltern, das Beste für ihre Kinder wollen. Doch nicht alle schaffen es aus eigener Kraft, die gute Absicht in die Tat umzusetzen. Es fehlt ihnen an allem an Zeit und an Geld. wellcome hilft mit Zeit ... Eltern, die nach der Geburt eines Kindes praktische Unterstützung benötigen, können bei einem wellcome-Team anrufen. Eine ehrenamtliche wellcome-Mitarbeiterin kommt eine Zeitlang zweimal in der Woche und hilft ganz individuell und alltagstauglich. Alle Eltern unabhängig von der sozialen Schicht oder vom Einkommen können anfragen. Weitere Informationen darüber finden sie Wenn Zeit alleine nicht ausreicht ... Die Aktion der Stiftung Stern und wellcome macht es im kommenden Jahr möglich, Familien, die mehr brauchen als Zeit, auch materiell zu helfen. Geld-Paten geben Geld, um unbürokratisch, schnell und dennoch zeitlich begrenzt dort zu unterstützen, wo es keine Großeltern oder Paten mehr gibt, die finanzielle Engpässe auffangen oder mildern können. Unsere wellcome-Koordinatorinnen kennen Familien, die nicht über staatliche Mittel finanziert werden, sondern die ganz auf sich alleine gestellt sind. Eltern, die arbeiten gehen, deren Löhne aber kaum für die Familie reichen. Wenn dann noch unvorhergesehene Ausgaben dazu kommen was bei Kindern oft der Fall ist ist die Haushaltskasse überfordert. Durch eine zeitlich begrenzte Unterstützung von außen können diese Eltern viel für ihre Kinder bewirken, damit sie dann wieder alleine zurechtkommen. Im besten Sinne: Hilfe zur Selbsthilfe. Die Paten, die Geld geben, können sicher sein, dass das Geld zweckgerichtet genau diesen Familien zugute kommt. Ein persönliches schriftliches Dankeschön der Familien an die jeweiligen Paten ist vorgesehen. Weitere Informationen erhalten Sie: paten@stern.de Oder telefonisch unter 040/3703 7887, Nicole Willnow, stiftung stern Wenn Sie sich engagieren möchten, finden Sie Informationen Interview mit Rose Volz-Schmidt im "stern"
Die Sozialpädagogin Rose Volz-Schmidt gründete 2002 in Hamburg die Initiative wellcome. Inzwischen betreuen 1500 Freiwillige in über 100 deutschen Städten 2000 Familien. Wellcome-Mitarbeiter unterstützen Mütter im Alltag, erledigen Behördengänge oder vermitteln Kontakte zu Ämtern und Hilfsorganisationen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schirmherrin von wellcome, lobte anlässlich einer Preisverleihung „die Zivilcourage und das beherzte Eintreten“ der Gründerin. Rose Volz-Schmidt, 54, ist verheiratet und hat drei Kinder. Im April 2009 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
Sie arbeiten seit vielen Jahren mit Familien. Was hat sich an deren Situation verändert? Wir stellen fest, dass es immer mehr Eltern gibt, die gerade noch über die Runden kommen. Was ihre Zeit angeht oder auch das Geld. Deren Gehalt aber oft nicht reicht, um das Nötigste für ihre Kinder zu organisieren. Sie verzichten für ihre Kinder auf persönliche Bedürfnisse, um dann am Ende festzustellen, dass es trotzdem nicht langt. Gab es nicht immer Familien, die knapp bei Kasse waren? Dass Familien extrem aufs Geld achten müssen, ist nichts Neues. Aber wir können nicht mehr davon ausgehen, dass sie jemanden haben, der im Notfall eingreift wie sonst Großeltern, Freunde oder Paten, die da sind, wenn sie gebraucht werden. Das müssen wir neu organisieren, und das braucht die Hilfe aller. Woher wissen Sie, welche Familien konkret was brauchen? Von den Eltern, die uns anrufen. Sie schildern ihre Probleme und bitten um Hilfe. Weil wir nicht von einer Behörde kommen, vertrauen sie uns ihre Sorgen an. Wir nehmen uns Zeit und betrachten die Gesamtsituation, in der die Familie steckt. Unter den wellcome-Familien gibt es einige, denen mit einer zeitlichen Entlastung aber nur partiell geholfen ist. Bisher hatten wir aber kaum andere Möglichkeiten. Ich kenne eine Familie mit neugeborenen Drillingen, die kommen kaum vor die Tür, weil sie kein Geld für einen Kinderwagen haben. Und gerade jetzt vor Weihnachten ist es für viele Eltern schmerzlich, kleine Herzenswünsche ihrer Kinder nicht erfüllen zu können. Was fehlt am dringendsten? Das kann man so nicht sagen. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern braucht eine andere Unterstützung als eine junge Familie mit vier Kindern. Wir werden mit den Eltern sehr genau besprechen, wie das Geld der Paten eingesetzt wird; wir wollen nicht einfach nur Spenden verteilen. Das Geld soll wirken, damit Kinder gesund groß werden. Viele Menschen wollen sich auch persönlich engagieren. Wäre dies nicht auch wichtig? Wir freuen uns über jeden, der uns bei wellcome unterstützen möchte, Zeit mitbringt und Erfahrung. Aber: Bei der Patenaktion wollen wir die Eltern mit Hilfsangeboten, so gut sie auch gemeint sind, nicht bevormunden. Viele Eltern schämen sich, um Hilfe zu bitten. Sie wollen es alleine schaffen. Deshalb müssen wir erst mal Vertrauen herstellen. Vor allem möchten wir ausschließen, dass unter dem Vorwand der Hilfsbereitschaft vielleicht das Gegenteil erreicht wird. Wir möchten im besten Sinne Hilfe zur Selbsthilfe bieten. |
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