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Was wir tun

Familien in Not


Familien in Not
Im Dezember 2009 initiierte wellcome in Kooperation mit der Stiftung stern und dem stern das Angebot "Familien in Not". Die Idee ist, dass Familien zu helfen, die in Not geraten sind: das was sonst die Geldtante oder die Großeltern finanziell auffangen, wird durch Geld-Patenschaften auf Zeit für Familien reorganisiert. Ab 2013 ist der stern Medienpartner für wellcome - Familien in Not.

Durch die praktische Arbeit von wellcome mit jungen Familien, erlebte wellcome die unterschiedlichen Gesichter von Armut in Deutschland, jenseits der Hartz IV-Debatten. Vielen Familien fehlt ein soziales Netzwerk, aber auch eine sogenannte "Geldtante", die hin und wieder etwas beisteuern kann, wenn die Not groß ist. Den Start des Patenprojekts "Familien in Not" finanzierte die Stiftung stern. Über das Wochenmagazin stern, wurden innerhalb kurzer Zeit die ersten 1.000 Paten gefunden, die eine Familie für ein Jahr unterstützten.

Helfen heißt bei wellcome nicht nur die Not lindern, sondern Familien beraten, vernetzen, ihnen Wege aufzeigen, wie sie sich selbst helfen können. Durch das bundesweite wellcome-Netzwerk hat die Organisation direkte und indirekte Kontakte zu den Familien, die genau diese Hilfe brauchen. Damit ist gewährleistet, dass die Hilfe wirklich ankommt.
wellcome Gründerin Rose Volz-Schmidt
wellcome Gründerin Rose Volz-Schmidt
Interview mit Rose Volz-Schmidt im "stern" vom 01.12.2009

Die Sozialpädagogin Rose Volz-Schmidt gründete 2002 in Hamburg die Initiative wellcome. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schirmherrin von wellcome, lobte anlässlich einer Preisverleihung „die Zivilcourage und das beherzte Eintreten“ der Gründerin. Rose Volz-Schmidt, 55, ist verheiratet und hat drei Kinder. Im April 2009 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Sie arbeiten seit vielen Jahren mit Familien. Was hat sich an deren Situation verändert?
Wir stellen fest, dass es immer mehr Eltern gibt, die gerade noch über die Runden kommen. Was ihre Zeit angeht oder auch das Geld. Deren Gehalt aber oft nicht reicht, um das Nötigste für ihre Kinder zu organisieren. Sie verzichten für ihre Kinder auf persönliche Bedürfnisse, um dann am Ende festzustellen, dass es trotzdem nicht langt.

Gab es nicht immer Familien, die knapp bei Kasse waren?
Dass Familien extrem aufs Geld achten müssen, ist nichts Neues. Aber wir können nicht mehr davon ausgehen, dass sie jemanden haben, der im Notfall eingreift wie sonst Großeltern, Freunde oder Paten, die da sind, wenn sie gebraucht werden. Das müssen wir neu organisieren, und das braucht die Hilfe aller.

Woher wissen Sie, welche Familien konkret was brauchen?
Von den Eltern, die uns anrufen. Sie schildern ihre Probleme und bitten um Hilfe. Weil wir nicht von einer Behörde kommen, vertrauen sie uns ihre Sorgen an. Wir nehmen uns Zeit und betrachten die Gesamtsituation, in der die Familie steckt. Unter den wellcome-Familien gibt es einige, denen mit einer zeitlichen Entlastung aber nur partiell geholfen ist. Bisher hatten wir aber kaum andere Möglichkeiten. Ich kenne eine Familie mit neugeborenen Drillingen, die kommen kaum vor die Tür, weil sie kein Geld für einen Kinderwagen haben.

Was fehlt am dringendsten?
Das kann man so nicht sagen. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern braucht eine andere Unterstützung als eine junge Familie mit vier Kindern. Wir werden mit den Eltern sehr genau besprechen, wie das Geld der Paten eingesetzt wird; wir wollen nicht einfach nur Spenden verteilen. Das Geld soll wirken, damit Kinder gesund groß werden.

Viele Menschen wollen sich auch persönlich engagieren. Wäre dies nicht auch wichtig?
Wir freuen uns über jeden, der uns bei wellcome unterstützen möchte, Zeit mitbringt und Erfahrung. Aber: Bei der Patenaktion wollen wir die Eltern mit Hilfsangeboten, so gut sie auch gemeint sind, nicht bevormunden. Viele Eltern schämen sich, um Hilfe zu bitten. Sie wollen es alleine schaffen. Deshalb müssen wir erst mal Vertrauen herstellen. Vor allem möchten wir ausschließen, dass unter dem Vorwand der Hilfsbereitschaft vielleicht das Gegenteil erreicht wird. Wir möchten im besten Sinne Hilfe zur Selbsthilfe bieten.
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